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ZAZA FALY: Für die Straßenkinder von Madagaskar
Die Gründung des Vereins ZAZA FALY e.V. erfolgte im Mai 1994.
Zaza Faly e.V. gründete in der Hauptstadt Madagaskars – Antananarivo – drei Hilfsprojekte für Straßenkinder. Seit 1999 arbeiten diese drei mit der Gründung der einheimischen NRO (Nichtregierungsorganisation) „Manda“ in madagassischer Selbstverwaltung. Zaza Faly e.V. unterstützt „Manda“ seither finanziell, organisatorisch, personell und übt verschiedene Kontrollfunktionen aus.
1. Sozialstation „Tsiry“ (blühende Blume)
Im Oktober 1995 gegründete Zaza Faly im Zentrum der Hauptstadt Antananarivo das Sozialzentrum. Hauptziel ist die kontinuierliche Betreuung von ca. 200 Kindern aus zwei verschiedenen Straßenkindergruppen im Alter von 4–16 Jahren.Das Projekt akzeptiert den Lebensraum Straße mit all seinen Prägungen auf die Kinder und versucht, unter Beachtung ihrer besonderen Mentalität, humanere Lebensbedingungen zu schaffen sowie eine schrittweise Resozialisierung einzuleiten. Hauptkriterium dabei ist ein Hygieneprogramm (Zahn– und medizinische Grundversorgung, Gelegenheit zum Duschen, Waschen und Wechseln der Bekleidung). Das Haus bietet außerdem übernachtungsmöglichkeiten für Kinder in Not und mit erhöhter Pflegebedürftigkeit. Die tägliche Ausgabe von abwechslungsreichen Speisen gehört des Weiteren zum Grundprogramm der Sozialstation wie auch der Besuch der eingerichteten Schule.
Ein Grundanliegen des Unterrichts durch einheimisches Lernpersonal ist die Alphabetisierung und Resozialisierung auch für ältere Straßenkinder. Um möglichst frühzeitig den negativen Prägungen durch das Leben im Straßenmilieu entgegenzuwirken versorgt das Projekt täglich auch eine Gruppe von 15–20 Kindern im Vorschulalter (4–6 Jahre).
Seit 2004 wird in Zusammenarbeit mit dem staatlichen madagassischen Bevölkerungsministerium und SE/CNLS (Nationales Komitee zur Armuts–bekämpfung)verstärkt versucht, Projektkinder in staatlichen Regelschulen zu vermitteln. Hierfür wurde ein Einschulungsprojekt ins Leben gerufen, von dem seit 2004 mehr als 250 ehemalige Straßenkinder profitieren konnten.
Einhergehend mit den Einschulungen werden Familienhilfen angeboten, da vor den Einschulungen intensive Gespräche mit Familie und Angehörigen geführt werden müssen, weil diese Kinder ja nicht mehr auf der Strasse leben sollen.
So gibt Zaza Faly/Manda Kleinkredite für Renovierungen kleiner Wohnunterkünfte, Mietzuschüsse und übernimmt die Kosten für Schulgelder, Materialien, Kleidung, Essen, Kosten für Geburtsurkunden oder Medikamente (2 bis max. 10 Euro pro Monat). Einmal pro Woche findet dann ein direktes Gespräch mit den Familien und der Sozialarbeiterin der Sozialstation statt.
Seit 2005 nimmt „Manda“ am Schulprogramm „ASAMA“ teil, welches von der PNUD (Entwicklungsprogramm der UNO) ins Leben gerufen wurde und zum großen Teil auch teilweise finanziert wird. An diesem Programm können 50 Projektkinder teilnehmen. Es beinhaltet eine einjährige intensive Schulausbildung (5x pro Wochen á 8 Std.) und endet mit dem ersten staatlich anerkannten Schuldiplom „Lyceé“.
Ca. 66% der ersten beiden Jahresdurchgänge haben die Abschlussprüfungen erfolgreich bestanden und konnten auf staatliche Schulen bzw. in Ausbildungsprojekte oder ähnliches vermittelt werden.
„Tsiry“ ist nicht zuletzt ein Ort der Zuflucht und Geborgenheit. Gewährleistet wird dies durch 16 madagassische fest angestellte und deutsche freiwillige MitarbeiterInnen.
Seit Anfang 1998 begann die Sozialstation, Ausbildungsplätze für Jugendliche zu schaffen.
2. Tischlerei–Ausbildungswerkstatt „Felana“ (Blatt)
Im Dezember 1997 eröffnete „Zaza Faly“ unter der Leitung eines madagassischen Ausbilders Tischlerei–Ausbildungswerkstatt für 10 ehemalige Projektjungen der Sozialstation sowie im April 1998 das Ausbildungsprojekt „Vony“ für derzeit 14 ehemalige Projektmädchen unserer Sozialstation.
In beiden Projekten erhalten die Jugendlichen über einen Zeitraum von maximal 24 Monaten einen umfangreiche theoretische (Mathematik, Madagassisch, Französisch, Religion, Geografie, Aufklärung), als auch praktischen Unterricht.
Seit Mitte des Jahres 2000 kam es erstmals zur allmählichen Ausgliederung der Projektjungen, bei der wir ihnen erfolgreich bei der Arbeitsplatz– und Wohnungssuche behilflich waren So wurden von den 29 Jugendlichen, die seit 1998 bei „Felana“ untergebracht wurden, immerhin 14 in feste Arbeitsverhältnisse integriert. 7 Jungs sichern ihren Lebensunterhalt mit gelegentlichen Aufträgen und anderen Arbeiten auf den Märkten. Mit 5 Jungs gibt es keinen direkten Kontakt mehr. Nur 3 haben sich weiterhin für ein Leben auf der Straße entschieden. Angesichts der aktuellen Arbeitsmarktsituation (ca. 50 % Arbeitslosigkeit) und der Geschichte der Jungen, sehen wir dies als einen beachtlichen Erfolg an.
Ziel dieser Ausbildungsprojekte ist es, diese Jugendlichen in naher Zukunft in das soziale Gefüge des Landes zu integrieren.
3.) Web– und Näh– Ausbildungswerkstatt „Vony“ (Knospe)
Im April 1998 wurde das Ausbildungsprojekt „Vony“ für max. 15 ehemalige Projektmädchen der Sozialstation eröffnet. Ihnen soll nun die Möglichkeit zu einer Ausbildung in Weben und Nähen eröffnet werden. Ziel dieser Ausbildung ist es, einer begrenzten Anzahl vom Straßenmädchen, die auf dem madagassischen Arbeitsmarkt bestenfalls als ungelernte Hilfskräfte enden würden, die Möglichkeit zu einer beruflichen Ausbildung sowie selbständigen Arbeit zu geben.
Drei fest angestellte madagassische Mitarbeiterinnen gewährleisten dies durch die Vermittlung ausgewogener theoretischer (Mathematik, Madagassisch, Französisch, Aufklärung, Religion, Geografie), als auch praktischer Kenntnisse.
Endlich haben sie die Gelegenheit zu zeigen, dass sie in der Lage sind, auch selbst einen positiven Beitrag für sich selbst, aber auch für die madagassische Gesellschaft allgemein zu leisten. Diese Wechselwirkung kann es vielleicht möglich machen, dass diese Jugendlichen in naher Zukunft wirklich einmal im sozialen Gefüge des Landes integriert sein werden.
Nach Beendigung ihrer Ausbildung ist „Manda“ auch hier bei der Suche nach Arbeitsplätzen behilflich. So wurden von den 32 Mädchen, die seit dem Jahr 2000 ihre Ausbildungen beendeten, 18 in feste Arbeitsverhältnisse integriert. 7 von ihnen sind in anderen Berufen tätig (Arbeit auf dem Markt, Haushaltshilfen), 3 sind verheiratet und arbeiten als Hausfrauen. Mit drei von ihnen gibt es keinen direkten Kontakt mehr. Von keinem der ehemaligen Projektmädchen ist uns bekannt, dass eines ihren Lebensmittelpunkt wieder auf der Straße hat.
4. Tourismusprojekt
Um die Zukunftschancen der Jugendlichen zu verbessern, entstand der Gedanke, einen dritten Ausbildungszweig anzubieten. Deshalb hat die ONG Manda begonnen, mit dem Office Régional de Tourisme d’Antananarivo und dem Office National de Tourisme zusammenzuarbeiten, um 18 ausgewählte Jugendliche ab dem 3. September 2007 während einem Zeitraum von zwei Jahren zu alternativen Stadtführern Antananarivos auszubilden.
Ziel ist, dass die Jugendlichen selbst von ihren eigenen speziellen Kenntnissen profitieren können, denn Straßenkinder kennen „ihre Stadt“ mit all ihren Facetten und Geschichten besser als die meisten anderen Bewohner Antananarivos. Sie erzählen Geschichten mit unterschiedlichen Hintergründen und aus einer anderen Perspektive.
Die Stadtführer sollen diejenigen Touristen ansprechen, die nicht ausschließlich nur an der historischen Geschichte, der Kunst und traditionellen Kultur der Stadt interessiert sind, sondern vor allem am wirklichen Leben und der sozialen Situation der Bewohner Antananarivos. Diese Art von Tourismus existiert in Madagaskar bisher noch nicht.
Durch das geplante Projekt wird das touristische Angebot Antananarivos um einen sozialen Bestandteil vergrößert und die Aufmerksamkeit der Touristen auf die soziale Infrastruktur der Stadt gelenkt. Vorstellbar ist auch, einen Besuch einer der zahlreichen Organisationen und Sozialzentren in die Stadtführung mit einzubeziehen, da sehr viele Touristen ein reges Interesse an solchen Einrichtungen haben, ein Besuch bisher jedoch oft ausbleibt, da Ansprechpartner fehlen. „Zaza Faly e.V.“ ist bis zum heutigen Zeitpunkt die einzige deutsche Nichtregierungsorganisation, die sich in Antananarivo und wahrscheinlich ganz Madagaskar der Belange von Straßenkindern angenommen hat.
ZAZA FALY e.V. trägt sich in Deutschland durch die transparente und größtenteils ehrenamtlichen Arbeit des Vereinsvorstandes und Beirat ohne teure Verwaltungshierarchien. Nur der Vereinsvorsitz sowie die Geschäftsführung erhalten eine Aufwandsentschädigung.
Finanziert wird die Arbeit des Vereins durch Projektpaten/innen, freie Spender/–innen und Vereinsmitglieder. Der Verein erhält keinerlei finanzielle staatliche Unterstützung.
Es arbeiten Geschäftsstellen in Berlin und Offenburg.
Vorstand: Heiko Jungnitz, Schönhauser Allee 104, 10439 Berlin, Tel./Fax: 030–4858878, E–Mail: zazafalyev@aol.com, www.zaza–faly.de
Bankverbindung: Bank für Sozialwirtschaft: Konto: 338 02 00 BLZ: 100 205 00, Kennwort: Straßenkinder
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