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"Afrika ist ein schöner, interessanter und spannender Kontinent!" Dem 25-jährigen Bochumer Stefan Lindemann ist die Begeisterung deutlich anzumerken, wenn er von seinem dreimonatigen Aufenthalt im Rahmen eines studienbedingten Praktikums bei der Friedrich-Ebert-Stiftung auf der fernen Tropeninsel Madagaskar schwärmt. Der Student der Politikwissenschaften interessiert sich schwerpunktmässig für internationale Umwelt- und Entwicklungspolitik und da ist die vor der Südostküste Afrikas gelegene viertgrösste Insel der Welt geradezu eine Fundgrube. Doch der Reihe nach....
Der junge Mann wurde in Bochum geboren, aufgewachsen ist er in Wattenscheid, wo er 1998 am Märkischen Gymnasium auch das Abitur bestanden hat. Im neunten und zehnten Schuljahr war er Schülersprecher, die elfte Klasse absolvierte der Weitgereiste an einer Highschool nahe der kalifornischen Stadt Los Angeles. Seit dem sechsten Lebensjahr spielte er Basketball bei der BG Bochum-Südpark, davon etliche Jahre in der Jugend- und Herrenmannschaft. Aus "Spass an der Freude" erlernte Stefan Lindemann zudem in der Freizeit das Klavierspiel. Den 13-monatigen Zivildienst absolvierte er bei einer Sozialstation in Bochum im Bereich der individuellen Schwerstbehindertenbetreuung. Jeweils im Wechsel umsorgte er eine Woche rund um die Uhr ein älteres Ehepaar in seiner Wohnung, wo er in der Zeit auch wohnte. "Es waren sehr nette Leute und ich hatte dort eine sehr sinnvolle Beschäftigung", wird positives Resumee dieses Dienstes gezogen. An der Freien Universität Berlin wurde dann das Studium der Politikwissenschaften mit Zielrichtung Diplom aufgenommen, wobei der vielseitig interessierte junge Mann ein Doppelstudium absolviert. Von den bisherigen vier Studienjahren hat er im Rahmen eines deutsch-französischen Studienzyklus jeweils zwei Jahre in Paris und Berlin verbracht. Die Diplomarbeit soll jetzt in deutscher Sprache in Angriff genommen werden. Das Praktikum musste, so die Vorgaben, in einem francophonen Land geleistet werden. Lindemann ist Stipendiat der Fredrich-Ebert-Stiftung und so lag es nahe, bei dieser Einrichtung auch tätig zu werden. Die Wahl fiel schnell auf die Gewürzinsel Madagaskar, auf der nach einer langen politischen Krise Demokratiebestrebungen und politischer Neuaufbau in vollem Gange sind. "Diese Situation ist unglaublich interessant. Ich habe in den drei Monaten mehr gelernt als durch zehn Buecher ueber Entwicklungspolitik." Mit einheimischen Mitarbeitern der in der Hauptstadt Antananarivo ansässigen Stiftung, allen voran Dominique Rakotomalala, der Anfang der 80er Jahre in Heidelberg studiert hat, besuchte er Seminare, arbeitete Studien aus und hielt auch selbst Vorträge zu Themen der internationalen Zusammenarbeit. "Dank meines Studiums in Frankreich war ich zunächst auf Westafrika fixiert, wo ich im vergangenen Jahr Ghana und Burkina Faso besucht habe. Madagaskar ist eine andere Welt, gleichsam Afrika und Asien en miniature.“ "Internationaler Handel sowie Umwelt- und Entwicklungspolitik interessieren mich ganz besonders", betont Lindemann. "Das Studium ist gleichzeitig mein Hobby." Er kann sich durchaus vorstellen, später einmal bei der Weltbank oder einer anderen internationalen Organisation beziehungsweise in einer Stiftung, zum Beispiel als Afrikareferent, tätig zu werden. "Ich glaube, ich bin vom Afrikafieber befallen." Wenn alles gut läuft, will Stefan Lindemann im kommenden Jahr noch einmal nach Madagaskar zurückkehren, um hier Forschungen für seine Diplomarbeit zu betreiben, die sich aller Voraussicht nach mit dem nationalen Umweltplan der Insel beschäftigen wird. Neben der täglichen Arbeit für die Stiftung konnte der Student auch in die Provinzen reisen, die vorgelagerte Insel Sainte Marie und grössere Städte besuchen. "Auf der Fahrt zu den Seminaren mit dem Auto habe ich viel vom Land gesehen." An den Wochenenden wurde meist alleine die nähere Umgebung der Hauptstadt Antananarivo auf eigene Faust erkundet. Lindemann liest sehr gerne und viel, darüber hinaus hängt das ganze Herz am heissgeliebten VfL Bochum. "Wenn ich irgendwo auf der Welt unterwegs bin, weiss mein Vater genau, dass nach dem Schlusspfiff ein Anruf von mir kommt", sagt Stefan schmunzelnd. "Ich muss immer aktuell wissen, wie meine Mannschaft gespielt hat." Stefan ist nicht das einzige reisebegeisterte Familienmitglied. Die Schwester war ebenfalls ein Jahr in den USA und ist derzeit ein Jahr im spanischen Barcelona. |
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