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Meister der Keltischen Harfe
Rüdiger Oppermann sucht rund um den Globus neue Klangwelten
/ Im Herbst 2004 erneut in Madagaskar
Von Klaus Heimer,
Antananarivo
Der Pfälzer Rüdiger Oppermann hat als Erster die
Keltische Harfe in Deutschland populär gemacht und gilt international als einer
der bedeutenden und innovativen Meister dieses Instruments. Auf jahrelangen
Reisen vor allem durch Afrika und Asien hat der 50-Jährige intensiv die Musik
vieler Völker studiert. "Ich reise stets mit landestypischen Fortbewegungsmitteln,
da die besten Musiker oftmals abseits in Dörfern leben. In Uganda habe ich
sogar ein deutsches Fahrrad geparkt, mit dem ich dort unterwegs bin."
Aufgewachsen in Frankenthal und Ludwigshafen, zog es den Harfentüftler, Klangwelten-Erfinder
und spiritus rector vieler multikultureller
Projekte schon früh in die weite Welt. 1973,
als es in Deutschland weder Unterricht noch ein Instrument zu kaufen gab,
begann er als Autodidakt, die Keltische Harfe zu spielen und zu bauen. Oppermann:
"Damals ahnte ich noch nicht", erzählt er, "wie wichtig dieses
Instrument für mein späteres Leben werden würde." Zunächst versuchte er,
eine bürgerliche Laufbahn im Bereich Sozialpädagogik einzuschlagen. Doch dann setzte
sich die künstlerische Ader durch. Ab dem sechsten Lebensjahr hatte Rüdiger
Oppermann Klavierunterricht, mit neun Jahren spielte er Cello und zum Ausgleich
deutsche, angloamerikanische und irische Folklore auf Banjo und Gitarre.
"Schon als Kind improvisierte ich blues-mässig
auf dem Klavier, sehr zum Entsetzen meiner Eltern. Meine Pfadfinder-Wanderklampfe
elektrifizierte ich mit einer Schallplattenspieler-Tonabnehmernadel und
zwei hintereinandergeschalteten
übersteuerten Radios. Meine Idole waren damals Johann Sebastian Bach und Jimi
Hendrix."
Im fernen Madagaskar hält sich Oppermann, der heute mit der klassischen
Harfenistin Cynthia Mowery und drei Söhnen im elsässischen
Oberlauterbach lebt, regelmäßig auf. "Ich kenne hier viele Menschen und
die Musik. Das sind richtige Heimatgefühle", schwärmt der sympathische
Bartträger im Herbst
Im nächsten Jahr will der Gründer der Vereinigung "Freundeskreis
Harfe" und vielfache Musikpreisträger einige Madagassen zu seinem 1987
erstmals veranstalteten Festival "KlangWelten"
einladen. "Ein Riesenprojekt. Aber ich muss mit meiner Musik zum Publikum
fahren und mich präsentieren." Bei der aktuellen Deutschlandtournee durch
29 Städte vom 4. November bis 19. Dezember, verbunden mit seinem 30-jährigen Bühnenjubiläum,
erhält Oppermann Schützenhilfe von den "Cook Islands Drummers" aus Polynesien,
Enkh Jargal aus der
Mongolei, Tata Dindin aus Gambia,
Jatinder Thakur aus Indien
und Park, der Nummer 1 der Jazzharfe, aus New York. "Für mich sind die vielen
Reisen auch ein Beitrag zur Völkerverständigung. Die madagassischen Valihaspieler zum Beispiel werden in ihrer Heimat ernst
genommen und freuen sich riesig über das Interesse an ihrer Musik in
Deutschland. Mit Sammy habe ich vor 15 Jahren schon zusammen musiziert."
Zwischenzeitlich hat Oppermann einen alten Schmugglerpfad in der Heimat von
Pfeffer und Vanille auf Schusters Rappen erkundet. "Ich habe stets ein
Instrument dabei, gehe zu interessanten Menschen, esse und lebe mit ihnen und
engagiere sie für CD-Aufnahmen." Positiv überrascht zeigt sich der vielseitige
Deutsche, dass die traditionelle Musik
und die Instrumente in Madagaskar kein Museum seien. "Es wird
eifrig gebastelt und die Valiha wird stetig weiterentwickelt." Oppermann hat früher
mehrere Jahre bei einer mittelalterlichen Straßenshow mitgewirkt, in einem Zirkuswagen
und in einer Höhle in Südfrankreich gelebt, ist bei Harfenbauern in die Lehre
gegangen und hat in den USA erstmals Harfenklänge mit elektronischen Synthisounds und ethnischen Melodien verbunden. In der
Türkei wurde er für seine Verdienste um die alttürkische Musik geehrt. 1986
entwickelte er eine bahnbrechende neue
Harfenmechanik, die das "Ziehen" einzelner Töne erlaubt. Auf über 30 veröffentlichten
Tonträgern und in über 1200 Konzerten rund um den Globus hat er Maßstäbe
gesetzt für Virtuosität, Schönheit des Harfenklangs und Mut zum Experiment.
"Dies ist ein Klang, nach dem ich lange gesucht habe", "You are a prophet",
"He ist the Einstein of the
Harp" oder "Eine neue Dimension der Harfe"
sind einige Kommentare von Kollegen zu Oppermanns Harfenspiel.
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