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Bindeglied zwischen Ortskirche und Heiligem Vater

Monsignore Salzl aus der Diözese Eisenstadt in Madagaskar tätig / "Mit Menschen über Gott und die Welt sprechen"

Von Klaus Heimer, Antananarivo

Monsignore Salzl    Monsignore Salzl


"Mit Menschen aller Generationen über Gott und die Welt sprechen," dies steht bei dem Seelsorger Dr. Johannes Salzl auch bei seiner täglichen Arbeit im fernen Madagaskar im Vordergrund. "Familie, Dorfgemeinschaft, Ortspfarrer und weitere Persönlichkeiten, denen ich begegnen durfte, haben mich geprägt und massgeblichen Anteil an der schon früh getroffenen Entscheidung, Priester zu werden," bekennt der österreicher.

Monsignore Salzl, vor 37 Jahren im Nordburgenland (Diözese Eisenstadt) geboren, erinnert sich im Gespräch mit dieser Zeitung gerne und dankbar an die bisherigen Stationen und Weggefährten zurück. Seit gut drei Jahren lebt er rund 8000 Kilometer von zu Hause entfernt im Herzen der viertgrössten Insel der Welt und ist hier in der Hauptstadt Antananarivo in der Apostolischen Nuntiatur des Vatikans als Sekretär tätig.

"In einem Ort wie Illmitz, der etliche Priester hervorgebracht hat, teilt man Freud' und Leid miteinander, trifft sich auf der Gasse und führt viele Gespräche." Monsignore Salzl besuchte in seinem Heimatdorf zunächst vier Jahre die Volksschule, bevor er in Wien auf das Bundes–Realgymnasium 3 in der Hagenmüllerstrasse wechselte. Untergebracht war er zu jener Zeit, die auf dem mitmenschlichen Gebiet und auch wegen des Zusammenlebens für ihn eine besondere Herausforderung dargestellt habe, im gegenüberliegenden Internat des Ordens der Salesianer Don Boscos, der sich seit jeher um die Erziehung junger Menschen kümmert. "Zwischen Schule, Elternhaus und Internat bestand eine wunderbare Zusammenarbeit," blickt der 37–Jährige gerne auf diesen Abschnitt seiner Ausbildung zurück. "Das war sehr prägend für mich," wird unter tropischer Sonne als positives Beispiel für die schöne Gemeinschaft der Jugendclub "Das Wagenrad" mit seinen vielfältigen Angeboten und Aktivitäten angeführt. Einige der dortigen Pater unterrichteten auch an der Schule.

Nach erfolgreicher Matura war das Priesterseminar der Diözese Eisenstadt in der Hauptstadt Wien nächste Station des jungen Mannes, der an der Uni Philosophie und Katholische Theologie studierte. Die internationale Gemeinschaft lernte Dr. Salzl dann im Rahmen des Auslandsjahres an der päpstlichen Universität der Salesianer in Rom mit rund 300 Studierenden kennen. Die andere Kultur, das Erlernen beziehungsweise Vertiefen fremder Sprachen, das Miteinander von Professoren und Lernenden, die Erfahrungen mit der Weltkirche und der Residenz des Papstes "übten grosse Faszination auf mich aus."

Erster Pastoraleinsatz als Diakon nach der Beendigung des Studiums im heimischen Wien war in der Stadtpfarrei Mattersburg. Am 29. Juni 1992 (Festtag Peter und Paul) wurde der Illmitzer dann in Eisenstadt zum Priester geweiht. Der damalige Bischof Dr. Dr. Stephan Laszlo bestellte ihn hier zu seinem Sekretär und dessen Nachfolger Dr. Paul Iby behielt Salzl für ein weiteres Jahr in seinen Diensten in Eisenstadt. "In diesem Zeitraum lernte ich neben den Persönlichkeiten der beiden Bischöfe auch die gesamte Diözese kennen, ferner den organisatorischen Apparat, die verschiedenen Abteilungen und Gremien."

Nach gut zwei Jahren folgte Monsignore Salzl dem Ruf aus Rom und absolvierte an der 1701 gegründeten päpstlichen Diplomaten–Akademie ein vierjähriges Studium mit den Fachbereichen Kirchenrecht, Sprachen, Diplomatie, Kirchen– und Papstgeschichte. Dreissig junge Priester aus rund 20 Nationen, darunter Indien, Ghana, Birma, Venezuela oder Kolumbien, lebten und arbeiteten zusammen und schlossen diese Zeit mit dem Doktorat ab. Im Rahmen eines Ferienpraktikums war Dr. Salzl damals im katholisch geprägten Costa Rica unter Anleitung eines Nuntius, um praktische Erfahrungen zu sammeln. "Der erste längere berufliche Auslandseinsatz führte mich dann 1998 als Sekretär an der Nuntiatur ins ostafrikanische Tansania." Im Herbst 2000 folgte der "Sprung" an die "Nonciature Apostolique" in der madagassischen Hauptstadt.

Dort erlebte Monsignore Salzl zunächst eine politisch überaus spannende und ereignisreiche Zeit in Folge der Staatspräsidentenwahl vom 16. Dezember 2001. Nach gut einem halben Jahr des gewaltlosen Widerstandes gegen das bis dahin herrschende System, offensichtlichen Wahlbetrug und Unterdrückung normalisierte sich im Juli 2002 die Lage wieder und die Bevölkerung setzt seitdem ihre ganze Hoffnung auf den neuen Präsidenten Marc Ravalomanana, der auch kirchlich engagiert ist.

Die Nuntiatur hat auch auf der Gewürzinsel die Aufgabe, den Kontakt zur Regierung des Landes zu halten, ferner die innerkirchliche Verbindung zu den 20 Diözesen mit ihren Bischöfen. Darüber hinaus ist der italienische Nuntius mit seinem österreichischen Sekretär Dr. Salzl auch für die exotischen Nachbarinseln im Bereich des Indischen Ozeans zuständig.

Der weitgereiste Monsignore besucht regelmässig seinen Geburtsort. "Jeder der in Illmitz wirkenden Ortspfarrer hatte ein anderes Profil, das mich angesprochen hat," betont der weitgereiste Seelsorger. Der inzwischen verstorbene Stefan Berger habe ihn getauft und bis zur Erstkommunion begeleitet, ihm folgten Monsignore Josef Hirschl, Pfarrer Josef Prikoszovits und der jetzige Geistliche Johann Zakall. Bei dem gebürtigen Illmitzer Priester Hans Haider, der in Frankreich studiert und in Istanbul gewirkt hat, habe er erstmals die Internationalität der Kirche gespürt, erinnert sich Dr. Salzl, dessen jüngster Bruder Salesianer–Priester ist. Der persönliche Kontakt zu den Freunden ist Monsignore Salzl trotz der heutigen schnellen Kommunikationsmöglichkeiten nach wie vor besonders wichtig. Professoren, Freunde, Nachbarn und Priester, die ihn begleiteten, werden im Rahmen des Heimaturlaubes stets gerne besucht.

In Madagaskar, "wo der Tag und die Aktivitäten von der Sonne bestimmt werden", wird abends – als Ausgleich zur Arbeit – viel gelesen. Beim regelmässigen Stammtisch deutschsprechender Madagassen und Ausländer ist der österreicher insbesondere bei der jüngeren Generation gern gesehener Gast und gefragter Ansprechpartner zu aktuellen Lebensfragen. Auch hier wird über "Gott und die Welt" gesprochen. "Ich will nicht nur unter den Leuten leben, sondern auch zu ihnen gehen, bei ihnen sein. Als Gesandter Gottes will ich Verkünder des Lebens sein."

Als Sekretär der Nuntiatur steht bei Monsignore Salzl die Büroarbeit im Vordergrund. Darüber hinaus wird der Kontakt zu den Bischöfen, Missionaren, Ordensschwestern und Priestern im Land gehalten. "Wir sind das Bindeglied zwischen der Ortskirche und dem Zentrum der katholischen Kirche, dem Heiligen Vater in Rom. Wir stehen in einem speziellen Dienst als Priester der Kirche für die Kirche," betont der österreicher abschliessend in der Villa Roma im Stadtteil Ivandry.



Monsignore Salzl


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