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Klaus Heimer hat sich einen Traum erfüllt: Mit 40 auswandern. Der Globetrotter hat seine neue Heimat im Indischen Ozean gefunden und arbeitet nun als Fotograf, Journalist und Reiseleiter auf der viertgrößten Insel der Welt: Madagaskar.
Den Sprung von der Nahe nach Mada¬gaskar hat der Bad Sobernheimer Klaus Heimer trotz vieler Erschwernisse in der neuen Heimat bis heute nicht bereut. Die erforderlichen überlebenstechniken hat sich der 43-Jährige bei seinen vielen Reisen rund um den Globus angeeignet. Reisefieber und Fernweh waren schon in frühester Jugend ständige Wegbegleiter des im Leinenborner Weg aufgewachsenen Felkestädters, der als Kind die große Bandbreite der Abenteuerliteratur von Karl May regelrecht verschlungen hat. Seit der ersten mehrwöchigen Tour mit den katholischen Seelsorgern Peter Steinborn (ehemals Seesbach) und Otfried Stertenbrink (früher Lauschied) sowie Freunden aus Odernheim und Bärenbach nach Australien war das Interesse an fernen Ländern und vor allem der oft einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt geweckt. Es folgten Reisen zu den Wanderungen riesiger Gnuherden nach Tansania, in die Serengeti, zu lachsfangenden Braunbären nach Alaska, nach Kanada, Brasilien, Indien, Nepal, Ceylon. Das "Afrikafieber" erfasste den jungen Mann in Gambia: Es folgten Aufenthalte im Senegal, in Ruanda (Besuch von Partnerschaftsprojekten, die von Rheinland-Plalz gefördert werden), Kenia, Tansania und schließlich Madagaskar. 1984 war die viertgrößte Insel der Welt, vor der Südostküste Afrikas, erstmalig das Ziel. Mit 40 Jahren, so hatte er sich vorgenommen, sollte das Leben ganz neu anfangen. Die Entscheidung, wohin es gehen sollte, fiel nicht schwer. Die Wahl fiel nach über 20 Aufenthalten auf Madagaskar. Mit 20 Kilo Gepäck im Seesack, Kugelschreiber, Block und Kamera machte sich der Journalist und Reiseleiter im Juni 2000 auf den gut 8000 Kilometer langen Weg. Vor kurzem hat er in der Hauptstadt Antananarivo eine kitzekleine Presse- und Touristikagentur mit dem Namen "Pro Madagascar" gegründet, die ihren Beitrag zum Aufbau des "neuen Madagaskar" leisten soll. Das arg gebeutelte Land habe schlimme Monate infolge der Staatspräsidentenwahl vom 16. Dezember 2001 hinter sich. Der bisherige Präsident machte seinem rechtmäßig gewählten Nachfolger Marc Ravalomanana, dessen Sohn Joshua übrigens in Heidelberg studiert hat, und seinen Landsleuten das Leben zur Hölle, berichtet Heimer. Wahlbetrug, Abschottung der Hauptstadt von den Häfen, Sprengung strategisch wichtiger Brücken und Strommasten, Verfolgung andersdenkender Menschen, Kidnapping - die Liste ist lang. Inzwischen habe der neue Präsident die Lage unter Kontrolle. Ex-Regierungschef Didier Ratsiraka habe in Frankreich Unterschlupf gefunden und wird sich wohl nie vor einem internationalen Gerichtshof verantworten müssen. Seine Helfershelfer seien ebenfalls geflohen oder warten auf ihre Gerichtsverhandlung. Enorme Preiserhöhungen und ausbleibende Touristen trafen auch das kleine Unternehmen des Bad Sobernheimers. "Alle setzen nun auf die neue Regierung", resümiert er. Seine besten Freunde in der neuen Heimat kommen übrigens aus Hettenrodt und Bad Dürkheim. Die "deutsche Kolonie" hält nicht nur in Notzeiten zusammen; man hilft sich gegenseitig. Die Kontakte an die Nahe, zu guten Freunden, werden per E-Mail aufrechterhalten. Erreichbar ist er unter promadagascar@yahoo.de oder www.klausheimer.de . Gesundheitliche Rückschläge hat es bisher noch nicht gegeben. 1988 wurde im Kirner Krankenhaus die leichte Form der Malaria auskuriert. In Madagaskar schreibt er nun Reportagen über Deutsche, die dort tätig sind, und über die vielfältigen deutsch-madagassischen Verbindungen. |
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