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Ochsenhausen, Bellamont, England, die Schweiz, Paris und dann Madagaskar, das sind in kurzen Stichworten die geografischen Etappen, die das abwechslungsreiche und interessante Leben der 1935 in dem an der deutschen Barockstrasse gelegenen Ort Ochsenhausen geborenen Irmgard Nothelfer beeinflussten. Seit nunmehr 38 Jahren lebt und arbeitet sie auf der vor der Südostküste Afrikas gelegenen viertgrössten Insel der Welt. "Die Kontakte in die alte Heimat sind in diesem langen Zeitraum jedoch nie abgerissen. Zwei Mal im Jahr besuche ich in Deutschland Familie und Freunde."
Als Tochter eines Lehrers in Bellamont im Kreis Biberach aufgewachsen, absolvierte Irmgard Nothelfer in Schwäbisch Gmünd die Handelsschule, bevor sie in Ochsenhausen in einer früheren Gerberei und dann in einer Biberacher Seidenweberei jeweils im Büro für den Schriftverkehr zuständig war. Mit 19 Lenzen zog es sie als Aupair-Mädchen für eineinhalb Jahre in die Nähe von London, anschliessend, um auch noch die französische Sprache zu erlernen, ebenfalls auf Aupair-Basis nach Paris. Dort hat sie dann auch ihren späteren Ehemann, den madagassischen Arzt Professor Dr. Justin Manambelona, kennengelernt, der zu jener Zeit in der Seine-Metropole ein Medizinstudium absolvierte. Frau Nothelfer schnupperte jedoch zunächst noch in der Schweiz ins Hotelfach, "das mich schon immer besonders interessiert hat." Es folgten jeweils einjährige Bürotätigkeiten in Wildbaden, Stuttgart und Frankfurt. "Mit meinem spätere Mann blieb ich immer in Kontakt und ich war auch öfter zu Besuch in Paris." 1959 wurde dann in der französischen Hauptstadt geheiratet, wo auch die ersten beiden von insgesamt vier Kindern geboren wurden. Die Ochsenhausenerin arbeitete in dem Nachbarland als Auslandskorrespondentin für eine Handelsfirma, ihr Mann nutzte nach dem Studienabschluss die Möglichkeit, sich im Fachbereich Nuklearmedizin zu spezialisieren. "1965 war es dann soweit - wir zogen mit Kind und Kegel nach Madagaskar." Professor Manambelona wurde sofort medizinischer Leiter eines Labors für Nuklearmedizin, das zur Universität gehört, an der er auch bis zum Ruhestand Biophysik lehrte. Im Zuge einer übergangsregierung, die 1972 gebildet wurde, war er drei Jahre Kultusminister seines Landes. Irmgard Manambelona konnte ihr Wissen und die Sprachkenntnisse zunächst als Aushilfe bei der Deutschen Botschaft in der Hauptstadt Antananarivo, die seit 1960 besteht, einsetzen. Dann erhielt sie ein Angebot der Deutschen Lufthansa und war in deren Büro in Madagaskar für den weltweiten Flugscheinverkauf verantwortlich. Seit 1966 war sie offizielle Leiterin der Vertretung deser Gesellschaft mit dem Kranich auf dem Flügel. Von 1984 bis 1996 übernahm sie einen weiteren Halbtagsjob bei der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, die nach wie vor zahlreiche Entwicklungshilfeprojekte in Madagaskar betreut. 1995 schliesslich gründete die couragierte deutsch-madagassische Geschäftsfrau ihr eigenes Reisebüro "Europe Voyages" mit inzwischen acht Angestellten, davon fünf im Büro. Neben dem reinen Ticketverkauf werden auch erlebnisreiche Touren im Land durchgeführt. 1999 baute Irmgard Manambelona im Geburtsort Ambohitsara ihres Mannes drei Bungalows und ein kleines Restaurant. Der Ort ist von der Aussenwelt fast abgeschnitten, "aber für den Tourismus sehr interessant," schwärmt die aus Oberschwaben stammende Expertin von diesem herrlichen Fleckchen Erde, das nur per Boot erreichbar ist. "Ich habe die Investitionen auch für das Dorf getätigt, dessen Bewohner durch den Verkauf kunstgewerblicher Arbeiten und dank grösserer Spenden aus meiner deutschen Heimat, die der Entwicklung und dem Fortschritt zugute kommen, profitert." Nach der langen politischen Krise 2002 in Folge der Staatspräsidentenwahl vom 16. Dezember 2001 läuft jetzt unter dem neuen Präsidenten Marc Ravalomanana, dessen Sohn Joshua in Heidelberg studiert hat, wieder alles normal. "Es steht nichts mehr im Wege, herrliche Sandstrände oder einzigartige Naturreservate mit nur hier vorkommenden Halbaffen (Lemuren) und vielen weiteren endemischen Pflanzen- und Tierarten zu bsuchen." Wer mit Irmgard Manambelona Kontakt aufnehmen möchte, kann dies gerne tun: Email irma@dts.mg, Internet www.europe-voyages.de |
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