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Der "König von Madagaskar" ist tot

Herzinfarkt: Der Schweizer Hans Heiniger starb am 23. Juni 2005 auf der fernen Gewürzinsel / Schöne Erfolge mit dem Fußballnationalteam "Scorpions"

Von Klaus Heimer, Antananarivo

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Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf der fernen Tropeninsel Madagaskar und löste nicht nur in Fußballerkreisen große Betroffenheit aus: Hans Heiniger (65), in St. Gallen geboren, starb am Abend des 23. Juni in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Antananarivo infolge eines Herzinfarktes.

Der Schweizer Fußball–Botschafter, der über 15 Jahre auf dem "Schwarzen Kontinent" in verschiedenen Ländern tätig war, hat ab September 2002 auf der vor der Südostküste Afrikas gelegenen Gewürzinsel eine Meisterleistung vollbracht und im Jahre 2002 in einer politisch und auch wirtschaftlich äußerst schwierigen Zeit die bis dahin stachellosen "Scorpions" des Nationalteams wieder in den Blickpunkt der öffentlichkeit gerückt. Länderspielerfolge, an die niemand geglaubt hatte, unter anderem gegen Inselnachbar–Mauritius und vor allem gegen das Pharaonenteam aus ägypten, den "Goliath" in der Qualifikationsrunde um die Teilnahme an der Endrunde um den Afrika–Cup, brachten ihm schnell den Beinamen "Le roi de Madagascar" ein. "Heiniger kam, sah und siegte." jubelte die Presse damals euphorisch, die ihm auch nach seinem plötzlichen Tod mehrspaltige Zeitungsartikel und Fernsehbeiträge widmete. Die Journalisten bescheinigten ihm, sich mit ganzer Kraft und Hingabe für den madagassischen Fußball eingesetzt zu haben.

Heiniger hat sich innerhalb kurzer Zeit durch seine aufrichtige und sachliche Art viele Freunde in seiner neuen Heimat auf Zeit erworben. "Wer gewinnt, wird schnell in den Himmel gehoben. Doch wehe, man verliert.", war sich der begeisterte Fußballer, der in St. Gallen, Biel, bei den "Young Boys" in Bern, in Thun, Köniz und Länggasse gespielt hat, des Schleuderstuhles bewusst, auf dem ein Coach sitzt.

Anfang 2004 wurde der Vertrag mit dem Fußballverband des Tropeneilandes aufgelöst. Hans, so nannte ihn jeder, hatte die Heimat von Pfeffer und Vanille auch privat ins Herz geschlossen und wollte hier seinen Ruhestand genießen, was ihm leider nicht lange vergönnt war. Kürzlich wurde er in der Hafenstadt Tamatave an der Ostküste zum Sportdirektor der Fußballschule "Antafana" gewählt, zudem trainierte er dort die in der ersten Division spielende Mannschaft "Ecoredipharm".

Der Leichnam von Hans Heiniger wurde in Antananarivo im Beisein von Vertretern des Fußballverbandes und des Sportministeriums verbrannt, die Urnenbeisetzung soll zu einem späteren Zeitpunkt im Kreise der Familie in der Schweiz erfolgen. Hans Heiniger hinterlässt drei Kinder.





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