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Im fernen Madagaskar leisten Seitz-Filter schon lange gute Dienste

Friedhelm Thomas aus Ebernburg war über 30 Jahre in dem Kreuznacher Unternehmen / Beruflich und privat die Welt erkundet / Brauereibesuch bei den "Drei Pferden"

Von Klaus Heimer, Antananarivo



Der 72-jährige Friedhelm Thomas aus Bad Münster am Stein-Ebernburg, der über drei Jahrzehnte bei Seitz, SEN und KHS in Bad Kreuznach und Worms beschäftigt war, hat beruflich und auch privat viel von der Welt gesehen. Magisch angezogen wird er bei seinen Reisen rund um den Erdball von Getränkefabriken. So gerade auch auf der immer noch geheimnisumwitterten Tropeninsel Madagaskar, auf der die dortige Star-Brauerei, die mit dem hier bestens bekannten Drei-Pferde-Bier Marktführer ist, 2008 auf ein 50-jähriges Bestehen zurückblicken kann.

Thomas besuchte in der Heimat von Pfeffer und Vanille den deutschen Botschafter Dr. Wolfgang Moser, dessen Mutter ihren Ruhestand in Bad Kreuznach verbringt. Zu ihr und früher auch zu ihrem verstorbenen Mann hat der Ebernburger sehr guten Kontakt und jetzt packte er die Gelegenheit beim Schopf, einen Monat lang kreuz und quer über die viertgrösste Insel der Welt zu touren, auf der sein Freund Dr. Moser im diplomatischen Dienst tätig ist.

Selbstverständlich erfüllte Botschafter Moser den Herzenswunsch seines Gastes von der Nahe und organisierte kurz vor dem Rückflug einen Brauereibesuch in der Edelsteinmetropole Antsirabe. Friedhelm Thomas bekam dort vorzeitige Heimatgefühle, als er beim Rundgang einen 100er Filter (Orion) der früheren Kreuznacher Firma Seitz in einem ausgezeichneten Zustand entdeckte. "Der ist nicht kaputt zu kriegen und arbeitet gut und gerne noch 50 Jahre", strahlte der Ruheständler über die Leistungsdauer des Prachtstückes seiner Ex-Firma.

Mehrere namhafte deutsche Hersteller von Abfüllanlagen und Zubehörmaschinen für die Getränkeherstellung tragen dazu bei, dass das Three Horses Beer (THB) in Madagaskar seinen Qualitätsstand hält und von Jahr zu Jahr höhere Umsätze erzielt werden. 675000 Hektoliter wurden im vergangenen Jahr von Madagassen und Touristen verkonsumiert. Pro Stunde werden in der Brauerei 25000 Flaschen mit einem Inhalt von 0,65 Liter und 8500 Dosen (0,33 l) abgefüllt. Für von Heimweh geplagte Madagassen in Frankreich werden die Dosen dorthin und auch auf die Inselgruppe der Komoren exportiert.

Friedhelm Thomas, der Abfüllanlagen konstruiert, gebaut, installiert und auch gewartet hat, war dem örtlichen Braumeister und -Ingenieur Chris Ruter aus Belgien fast immer einige Schritte voraus, und hätte sicher gerne nach einmal irgendwo Hand angelegt. "Alles ist blitzblank und bestens in Schuss", war Lob aus berufenem Munde für die Arbeit der Madagassen. Nach dem Ruhestand im Jahre 1995 war der 72-Jährige für den deutschen Senioren Experten-Service aus Bonn als ehrenamtlicher Berater in Haiti und in der Ukraine, um dort seinen Wissensschatz weiterzugeben. "Bis auf ganz wenige Ausnahmen bin ich in meinem Berufsleben in nahezu allen Ländern Europas gewesen, ferner in Sibirien, Kasachstan oder auch Korea."

Zu Hause hält es den unternehmungslustigen Naheländer nur selten im gemütlichen Sessel. Seit 58 Jahren ist er im RKV Niederhausen am Ruder und konnte mit dem Achter vor Jahren als schönsten Erfolg die rheinland-pfälzischen Seniorenmeisterschaften gewinnen, die damals auf heimischem Gewässer ausgetragen wurden. Zwei Mal pro Woche wird weiterhin auf der Nahe trainiert, entweder im Einer oder - meist sonntags - mit einem flotten Vierer. Über das Rudern wurde auch der Kontakt zum Vater von Botschafter Dr. Moser geknüpft, der vor Jahren einen angenehmen Ort für den Ruhestand suchte. Thomas: "Die Wahl fiel auf Bad Kreuznach, auch weil es dort einen Ruderclub gibt." Im Kegelclub 48 Ebernburg schiebt Thomas übrigens seit rund 30 Jahren ebenfalls keine ruhige Kugel.

Der Aufenthalt auf der Gewürzinsel Madagaskar verlief nicht ohne Nervenkitzel. Während der Zeit wütete Zyklon "Ivan" gewaltig im Osten, so dass der geplante Aufenthalt dort ganz schnell abgebrochen werden musste. Und im Westen hielt eine Brücke nicht stand und so musste eine Nacht in einem kleinen Ort verbracht werden, wo man mit einem kanadischen Priester Freundschaft schloss. Das geländegängige Fahrzeug traf erst am anderen Morgen ein, als der Wasserstand im Fluss gesunken war und der Wagen diese feuchte Umleitung nehmen konnte.

Friedhelm Thomas hat nach der Schule im Geburtsort Bad Kreuznach direkt bei Seitz begonnen und dort den Beruf des Technischen Zeichners erlernt. Während der ersten Berufszeit habe er noch sechs Jahre die Abendschule besucht und vor dem Abschluss mächtig Bammel gehabt. Ein Freund, der seine Aufregung bemerkte, habe ihm geraten, den Fischereischein zu machen und angeln zu gehen, um Ruhe zu finden. "Diese Prüfung habe ich dann auch noch geschafft."





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