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"Veloma, Madagaskar!" Das herzliche "Auf Wiedersehen" nach dem achtmonatigen Aufenthalt auf der viertgrößten Insel der Welt will die 26-jährige Claudia Oblinger aus dem Landkreis Dillingen wörtlich nehmen. "Irgendwann komme ich wieder hier her." Die ausgebildete Erzieherin und Werklehrerin hat im katholischen College Ste. Therese in der Edelsteinmetropole im Hochland der Insel, in dem über 1500 Jungen und Mädchen unterrichtet werden, wertvolle praktische Erfahrungen sammeln und Akzente setzen können.
"Ich gehe mit einem lachenden und einen weinenden Auge," bekennt die couragierte junge Frau. "Madagaskar ist ein herrliches Land, die Menschen sind freundlich und die Kinder und Jugendlichen haben prima mitgearbeitet." Auf der anderen Seite sei es natürlich schön, nach einer solch langen Zeit wieder mit der Familie, mit Freunden und Bekannten zusammen zu sein. Im Rahmen eines Schulfestes und einer Abschiedsfeier für Claudia wurde auch deren Geschenk enthüllt, das an ihren Aufenthalt erinnern soll: Ein herrliches Wandmosaik aus handgefertigten Tonfliesen. Daneben steht in der Landessprache Malagasy der Ausspruch des Sängers Reinhard Mey: "Weil Manches, wem wir kaum Beachtung schenken, uns dennoch für ein ganzes Leben prägt und seinen Stein als ein Andenken ins Mosaik des Lebens trägt". Von einem Kreuz in der Mitte gestaltete Claudia Oblinger mit der Klasse 5 b hübsche Muster, die das Auge von Schülern, Lehrern und Besuchern der Einrichtung künftig magisch anziehen dürften. Die Leiterin der Schule, Schwester Victorine, sparte dann auch nicht mit Lob für den Einsatz der jungen Deutschen, die zu einer maßgeblichen Bereicherung des Schullebens beigetragen habe. "Gib mir bitte Deine Adresse in Deutschland" oder "Vielen Dank für alles. Du warst immer so freundlich zu uns." Den jungen Madagassen wird die aufgeschlossene und zupackende Art von Claudia Oblinger sicher fehlen. In einer Ausstellung wurde all das präsentiert, was die Schwenningerin mit den Jungen gebastelt hat, während die Mädels den Näh- und Stickunterricht besuchten: Dekorative Geschenkmappen aus Wellpappe, Rasseln, Pappmacheköpfe, Menschen aus dem All, Bonbonbehälter, Blumentöpfe aus Ton oder auch Trommeln. Untergebracht war die 26-Jährige im Haus der madagassischen Schwestern des in Frankreich ansässigen Ordens der Salettinerinnen, die hier zu neunt leben und mit weiterem einheimischem Lehrpersonal die Schule leiten. Unterstützt wird die Einrichtung seit einigen Jahren von dem deutschen Verein "Geschwisterhilfe für Madagaskar" von Diakon Karl Geiger aus Ringingen. Dieser wird in Kürze einen zweiten Container mit Computern und weiterem benötigten Schul- und Baumaterial Richtung Afrika schicken. In den Ferien und während der Prüfungen erkundete Claudia Teile der Rieseninsel. "Ich habe viel gesehen und wurde überall gut aufgenommen." Die Ostküste und der Südwesten wurden bereist. Freund Frank Necker aus Geltendorf am Ammersee wählte natürlich Madagaskar als Urlaubsziel und gemeinsam ging es mit dem Buschtaxi auch in entlegene Winkel. "Ich habe ein Helfersyndrom", begründet Claudia den Ausstieg auf Zeit aus Deutschland. "Ich möchte mit meinem Beruf etwas Sinnvolles leisten." Dies ist ihr 8000 Kilometer von zu Hause entfernt gleich vielfach gelungen. In den acht Monaten hat die kreative Werklehrerin eifrig Französisch gepaukt, um sich verständlich machen zu können, und auch die Landessprache Malagasy kommt ihr nun flott über die Lippen. Regelmäßig war sie in der benachbarten katholischen Universität (Kommunikation, Tourismus und Management), die von der Schweiz gefördert wird und in der auch Deutsch auf dem Lehrplan steht. Die Studenten nutzten die gute Gelegenheit, im Gespräch mit Claudia ihren Wortschatz praktisch anzuwenden und zu erweitern. In einer Tagesstätte des SOS-Kinderdorfes Antsirabe, die auch die in ärmlichen Verhältnissen lebenden Eltern in die Arbeit einbezieht, hat Claudia Oblinger mit den Müttern und Vätern Buchbinderarbeiten ausgeführt und schöne Schmuckdosen gefertigt. Ziel ist es, die Eltern zu befähigen, mit dem Verkauf von kunstgewerblichen Arbeiten ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Zwei Studentinnen aus Esslingen haben gerade dort angefragt, so dass die hoffnungsvoll begonnene Arbeit möglicherweise mit weiterer deutscher Hilfe fortgesetzt werden kann. Mit schönen Erinnerungen, Fotos und vielen Souvenirs im Gepäck wurde der Heimflug von Antananarivo via Paris nach Schwenningen angetreten. Mit dabei Körbe, mit denen die Einheimischen auf Fischfang gehen, Sandalen aus Autoreifen, handgeschmiedete Schöpflöffel, geflochtene Taschen oder handgewebte Seide. "Ich habe mich in der Heimat auf Zeit ausgesprochen wohl gefühlt. Ich kam ohne Französisch- und Malagasykenntnisse - und niemand hat mich nach Hause geschickt. Alle haben mir geholfen." Jetzt geht es in Deutschland direkt auf Jobsuche. Claudia möchte wieder als Erzieherin arbeiten, nach Möglichkeit in einer Einrichtung, in der sie gruppenübergreifend auch für die Schützlinge Werkangebote machen kann. Dabei kommt ihr sicher die Auslandserfahrung zugute, auch mit geringen Mitteln Erstaunliches auf die Beine zu stellen. |
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