Klaus Heimer   Klaus Heimer

Padre Pedro     Padre Pedro

"Diese Ungerechtigkeit stinkt zum Himmel"

Autobiographie von Pater Pedro Opeka aus Madagaskar kommt am 1. März 2007 in deutscher Sprache in den Buchhandel / "Kämpfer der Hoffnung" und "Retter der Vergessenen"

Von Klaus Heimer, Antananarivo

    


Antananarivo – Den argentinischen Ordensmann Pedro Opeka zog es 1989 auf der vor der Südostküste Afrikas gelegenen Tropeninsel Madagaskar buchstäblich in den Dreck. Auf der stinkenden Müllkippe der Hauptstadt Antananarivo knüpfte er ein Netzwerk der Menschlichkeit. Damals hausten auf den Hügeln am Rande der Millionenmetropole Tausende von Menschen, die von dem Abfall lebten, den die Laster abluden.

"Das stinkt zum Himmel", sagten sich Ende der 80er Jahre Pater Pedro und eine Handvoll freiwilliger Helfer. Ohne Unterstützung von außen baute der gelernte Maurer mit den ärmsten der Armen eigene Häuser. 40000 Menschen leben heute in einer neuen Stadt, in neuen Dörfern, die Pater Pedro zusammen mit den "Vergessenen" auf den "Hügeln der Hoffnung" errichtet hat. Unermüdlich kämpfte und kämpft der fussballbegeisterte Missionar gegen Widerstände im Land und die Unsinnigkeit mancher Entwicklungshilfe aus dem reichen Norden. Pater Pedro: "Ohne Würde, ohne sinnvolle Arbeit und dadurch erworbenen Besitz besteht für die Armen keine Hoffnung."

Weltweit gilt Pater Pedro mit seiner Wohltätigkeitseinrichtung "Akamasoa" (bedeutet in Deutsch "Die guten Freunde") als würdiger Nachfolger von Mutter Theresa und dem gerade gestorbenen Abbé Pierre. In seinen Erinnerungen erzählt Pedro Opeka den Lesern seiner Autobiographie "Kämpfer der Hoffnung", die ab 1. März im Buchhandel erhältlich ist, über sein abenteuerliches Leben und von seinem unermüdlichen Einsatz für die Menschen im Müll.

Bis 14. Februar ist Pater Pedro im Großraum München, Berlin und Hamburg sowie in österreich unterwegs, um für die bisherige Hilfe Danke zu sagen und neue Spender zu gewinnen. Zeitgleich wird in Bayern ein deutscher Förderverein (www.paterpedro.de) mit dem Segen des Missionars gegründet. Pater Pedro: "Spenden und Helfen sollen ein Vergnügen sein und keine moralische Verpflichtung! Wer hilft, soll dabei glücklich sein, mit beiden Händen loszulassen, um seine beiden Hände frei zu haben." Der 1948 in Argentinien geborene Sohn einer frommen slowenischen Auswandererfamilie schreibt derzeit an seinem fünften Buch und wurde, wie vor ihm Mutter Theresa, mit der "World Service Medal" ausgezeichnet und ist für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Was er mit dem bescheidenen Hinweis kommentiert, dass ihm alles recht sei, "wenn es nur den Kindern zugute kommen würde". Die ersten Kinder, die der Pater einst von der Müllkippe gerettet hat, kommen heute von der Universität Antananarivo als Akademiker zurück und unterrichten ihrerseits die ärmsten der Armen. Eine fantastische Revanche für diese ehemals ausgestoßenen Menschen, die von der Gesellschaft sich selbst überlassen wurden.

Die bisher nur in französischer Sprache erschienene Biographie "Combattant de l'Esperance" über Pedro wurde von Dr. Gerhard Turbanisch (50) aus Starnberg, einem treuen Wegbegleiter des zupackenden Seelsorgers, übersetzt und wird in einer Erstauflage von 40000 Exemplaren in deutscher Sprache unter dem Titel "Kämpfer der Hoffnung": Wie ich den Kindern Madagaskars eine Zukunft gab" im Berliner Ullstein–Verlag herausgegeben. Das gut 300seitige gebundene Buch wird in Deutschland zum Preis von 19,95 Euro, in der Schweiz (34,80 Franken) sowie in österreich (20,60 Euro) erhältlich sein. ISBN–10: 3550078935 ISBN–13: 9783550078934





nächste Reportage: "Franka" aus Mutterstadt grast im fernen Madagaskar

Reportagen von A – Z

Dem Autor eine Mail schicken

© Klaus Heimer. Ein Nachdruck der Artikel ist nur mit schriftlicher Zustimmung des  Autors erlaubt.
Sollte eine Exklusiv-Reportage zu einem speziellen Thema oder die Ausarbeitung einer nicht alltäglichen Studienreise gewünscht werden, bitte per Mail anfordern.