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Der gebürtige Essener Architekt Heinz-Georg Bruns war beim Umbau des renommierten Berliner Nobel-Hotels Kempinsky dabei, hat in Saudi-Arabien beim Bau des riesigen Pilger-Flughafens Djeddah mitgewirkt, ferner bei einem lukrativen Projekt auf dem Airport im südafrikanischen Johannesburg. "Der erste Aufenthalt in diesem Land am südlichen Zipfel Afrikas hat meinem Leben eine entscheidende Wende gegeben," bekennt der weitgereiste 54-Jährige aus dem Ruhrgebiet. "Dort bin ich hängen geblieben." Gerade leitete der Diplom-Ingenieur auf der vor der Südostküste Afrikas gelegenen Tropeninsel Madagaskar den Umbau des Gebäudes der Deutschen Botschaft und mit etwas Glück "kann ich auf der viertgrössten Insel der Welt Folgeaufträge für meine Firma an Land ziehen."
Heinz-Georg Bruns ist in seiner Geburtsstadt Essen, die nach wie vor gerne besucht wird, aufgewachsen, hat hier die Schulzeit durchlaufen, im Architekturbüro Gärtner und Stiens eine Lehre als Bauzeichner absolviert, bevor er bei den Fernmeldern im nordrhein-westfälischen Coesfeld seinen Wehrdienst leistete. An der Gesamthochschule Essen hat er zweieinhalb Jahre studiert, anschliessend wechselte er an die Technische Universität Berlin. "Ich habe damals überall eine Verkürzung erhalten. Nur meine Hörner wurden im Laufe der Zeit nicht gekappt, denn ich gehe gerne mit dem Kopf durch die Wand," scherzt der Essener im Gespräch mit dieser Zeitung in der madagassischen Hauptstadt Antananarivo. "Früher war schulisch halt auch vieles anders als heute..." Zunächst zog es Bruns nach erfolgreichem Studienabschluss wieder zurück in seine geliebte Heimatstadt, in der er bei der Firma Hoch-Tief sofort eine Anstellung erhielt und als erste Herausforderung Ende der 70er Jahre "Kempinsky" in der heutigen Bundeshauptstadt abwickelte. Die Auslandsabteilung von Hoch-Tief zog den jungen Mann magisch an und es folgte eine überaus interessante Tätigkeit in einem rund 2000 Mitarbeiter umfassenden Team beim Bau des Flughafens im ölland Saudi-Arabien. Auf dem Gelände des dortigen Airports starten und landen jährlich mehrere Millionen muslimische Pilger. Bis zu 40 Jumbos können zeitgleich abgefertigt werden. Am Horn von Afrika wechselte Heinz-Georg Bruns zur Hoch-Tief-Schwesterfirma "Concor", 1988 dann zu seinem jetzigen Arbeitgeber AUB Projects (Pty) Ltd, der sich auf Konstruktionen und Management spezialisiert hat. Dieses Unternehmen baut vornehmlich für die hier ansässige deutsche Industrie. Hauptkunden sind die BASF, Boehringer Ingelheim, Carl Zeiss, Coca-Cola, DaimlerChrysler, die Commerzbank, Goetheinstitute, Mannesmann, Sachs, Siemens, Robert Bosch oder auch BMW. Seit über 30 Jahren ist die mit deutschen und südafrikanischen Mitarbeitern bestückte Firma gut im Geschäft. Kürzlich wurde der erste Auftrag in Madagaskar ausgeführt. Auf dem krisengeschüttelten Eiland mussten die Botschaftsmitarbeiter aussergewöhnlich lange auf den Wiedereinzug in ihr altes-neues Gebäude warten. Die politische Krise im Jahre 2002 in Folge der Staatspräsidentenwahl vom 16. Dezember 2001 wirkte sich natürlich auch auf dieses Bauprojekt aus, das wegen des Generalstreiks und mangels Benzin oder Baumaterialien monatelang lahmgelegt wurde. Doch "Ende gut, alles gut": Im Mai 2003 konnte Einweihung gefeiert werde, genau am 120. Jahrestag des ersten Freundschaftsvertrages zwischen Deutschland und Madagaskar. Auch in der Heimat von Pfeffer, Vanille und der seltenen Lemuren stammte also der Auftraggeber aus der deutschen Heimat von Bruns, der die grundlegende Umgestaltung des Gebäudes federführend betreut hat. Heinz-Georg Bruns war regelmaässig vor Ort und er hat weitergehende Pläne, wie man den Neuaufbau der Hauptstadt mit attraktiven Projekten weiter vorantreiben könnte. Innenstadtsanierung ist das Stichwort, wobei auch daran gedacht ist, die Räumlichkeiten des Goethezentrums direkt an der Unabhängigkeitsstrasse zu vergrössern. Weitere Kontakte zu möglichen Auftraggebern hat der quirlige Architekt bereits geknüpft... Heinz-Georg Bruns ist verheiratet und hat zwei Töchter. "Beide sind ebenfalls kunstorientiert." Als Ausgleich zum Beruf übt er sich samstags in der Kunst der Aquarellmalerei, wobei er wegen der vielen grossen Baumassnahmen nur alle zwei Monate das Malinstitut aufsuchen könne, um sich mit Farbe und Pinsel weiter zu entwickeln. Mit mehreren Exponaten hat er bereits an einer Gemeinschaftsausstellung teilgenommen. Nach Essen zieht es Bruns immer wieder zurück, zumal hier noch die Mutter lebt. Den Bruder habe es inzwischen ins rheinhessische Alzey verschlagen. Freunde und Bekannte aus seiner Heimatstadt, zu denen Kontakt gehalten wird, konnten des öfteren als Urlauber in Südafrika begrüsst werden. "Privat bin ich hier eher bodenständig, bekennt der mit viel Humor ausgestattete und weit gereiste Bruns. "Südafrika ist gross genug und hat sehr viel zu bieten..." |
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