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Name der rheinhessischen Stadt ging um die Welt / 3000 Euro für Bonbons

Der Name der rheinhessischen Stadt Alzey ging gerade um die Welt. "Schuld" daran ist ein fünfjähriger Knirps...

Von Klaus Heimer, Antananarivo

Sylivia Andriambololona


Der Idar-Obersteiner Dieter Heiderich, der im Herzen der Tropeninsel Madagaskar, genau in der Edelsteinmetropole Antsirabe 170 Kilometer südlich der Hauptstadt Antananarivo, seit einigen Jahren mit seiner einheimischen Lebensgefährtin das Restaurant "Manambina" (bedeutet "Glück") betreibt, und der Bad Dürkheimer  Klaus Sperling, der seit 1998 von dieser Stadt aus  Touren im Bereich des "Wilden Westens" der Gewürzinsel veranstaltet, gerieten bei der Zeitungslektüre am 14. Oktober 2004 (dem 65. Geburtstag von Heiderich) ins Schmunzeln. In der Ausgabe von Midi Madagasikara, der mit rund 33000 Exemplaren auflagenstärksten und seit über 20 Jahren erscheinenden Tageszeitung des Landes (Preis 1000 Franc Malagasy = knapp 15 Cent), fiel beiden auf der letzten Seite, die normalerweise dem grossen Weltgeschehen mit Kriegen, Katastrophen etc. vorbehalten ist, unter der Sparte "Ungewöhnliches" natürlich sofort die Ortsspitze "ALZEY" ins Auge. Die überschrift in französischer Sprache klang abenteuerlich: "Fünfjähriger plünderte jung verheiratetes Paar aus, um Bonbons zu kaufen..." Die Nachrichtenagentur AFP hatte dafür gesorgt, dass der Vorfall aus dem fernen Alzey im gesamten französischsprachigen Raum verbreitet wurde. Wie auch von der Allgemeinen Zeitung Alzey berichtet, alarmierte ein Alzeyer Werkstattbesitzer die Polizei, nachdem der Knirps an seiner Tankstelle zum dritten Male in kurzer Zeit mit einem 500 Euro-Schein bezahlen wollte. Der Fünfjährige war zur Hochzeitsfeier eingeladen und erhielt die Erlaubnis, mit Geld aus dem Schlafzimmer des jung vermählten Paares für sich und andere Kinder Bonbons zu kaufen. Die Knirpse bedienten sich kräftig und leerten, so die Polizei, die im Zimmer deponierten Geschenkumschläge, die insgesamt 3000 Euro enthielten. Alleine der Betrag von 3000 Euro ist für madagassische Verhältnisse eine unvorstellbare Riesensumme, die 36 Millionen Franc Malagasy entspricht. Der durchschnittliche Mindestmonatslohn liegt auf der vor der Südostküste Afrikas gelegenen viertgrössten Insel der Welt immer noch bei lediglich 100000 bis 250000 Franc Malagasy (8 bis 21 Euro). Und Bonbons sind angesichts dieser Verhältnissse natürlich ein Luxusgut, das sich nur Reiche leisten können. In der gleichen Spalte der Zeitung wurde übrigens noch über ein neues Spiel aus Amerika "Ghettopoly" - in Anlehnung an das bekannte "Monopoly" - und über die Panik in einem Flugzeug von Qatar Airlines auf dem Flughafen von Rom berichtet, in dem eine ein Meter lange Schlange aus ihrem Käfig ausgebüchst war.



Sylvia Andriambolona


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