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Klingendes Geschenk von Bundespräsident Köhler

Madagassischer Musiker erhielt beim Empfang zum 3. Oktober in der deutschen Residenz "Villa Berlin" ein nagelneues Hohner-Akkordeon

Von Klaus Heimer, Antananarivo

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Die Nationalhymnen von Deutschland und Madagaskar kamen diesmal beim Empfang aus Anlass des 16. Tages der deutschen Einheit in der "Villa Berlin" in der madagassischen Hauptstadt Antananarivo vom Band. Für einen besonderen akustischen Farbtupfer sorgte vor mehreren hundert geladenen Gästen dagegen Justin Ranaivoson mit seinem funkelnagelneuen Hohner–Akkordeon. Dieser Auftritt des Madagassen aus dem Nordwesten der Gewürzinsel, der als Naturtalent keinerlei Notenmaterial benötigt, hat eine ganz besonders interessante Vorgeschichte.

Bundespräsident Horst Köhler stattete im April 2006 im Rahmen seiner Drei–Länder–Tournee auch der Heimat von Pfeffer und Vanille einen viertägigen Besuch ab. Ein Programmpunkt führte ihn dort zu einem Krankenhaus im Städtchen Marovoay, das von Deutschland unterstützt wird. Die Begeisterung über den hohen Besuch in dem überaus deutschfreundlichen Land war riesengroß. Und eben jener Justin Ranaivoson drückte damals seine Freude auf einem Hohner–Akkordeon aus, welches er, so verriet er dem Bundespräsidenten, vor rund 40 Jahren erworben hatte. An dem Instrument ("Wiener Modell 2915"), das bei freudigen und traurigen Anlässen gleichermaßen zum Einsatz kommt, hatte der Zahn der Zeit deutliche Spuren hinterlassen. Horst Köhler versprach dem eifrigen Musikus, sich nach der Rückkehr in seiner Heimat dafür einzusetzen, dass dieser ein neues Instrument erhält. Justin wurde an Ort und Stelle mit seiner "Quetschkommode" fotografiert und alles konnte seinen unbürokratischen Gang gehen.

Dank der großzügigen Spende kann Justin nun bei seinen Auftritten mit einem neuen Hohner–Akkordeon Feste und Feiern verschönern. Bei der übergabe durch Botschafter Dr. Wolfgang Moser stimmte er direkt eine fröhliche Melodie an, die bei Regierungsvertretern und Mitgliedern der deutschen Gemeinde gleichermaßen gut ankam. Der bescheidene Justin ließ sich von den vielen Gästen in feinem Zwirn und mit Krawatte nicht einschüchtern und trat, wie in seiner dörflichen Umgebung, in den üblichen Sandalen und mit einem einfachen T–Shirt mit der Aufschrift "Willkommen Mahajanga" und den Flaggen beider Länder auf.



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