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Pater Pedro und seine "Engel in Fetzen": Nahrung ist kein Luxus!

Von Klaus Heimer, Antananarivo

Foto: Klaus Heimer


Antananarivo (dpa) – "Nahrung ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht der Menschen", ist der 1948 als Sohn einer slowenischen Einwandererfamilie in Argentinien geborene Lazaristenpater Pedro Opeka überzeugt. Vor 18 Jahren hat er auf der vor Afrika gelegenen Insel Madagaskar mit der Gründung der Wohltätigkeitseinrichtung «Akamasoa» (Deutsch: "Die guten Freunde") eine Einrichtung geschaffen, von der heute täglich rund 28 000 Menschen profitieren. Sie kümmerte sich in ihren Anfängen um die "Müllmenschen" – die ärmsten der Armen, die auf einer Müllhalde überlebten.

Der schlanke, fussballbegeisterte "Vazaha" (Deutsch: "Weißer" oder "Fremder") mit dem Rauschebart, den es buchstäblich in den Dreck gezogen hat, kam gerade aus Europa zurück, wo in Starnberg auch der Förderverein "Madagaskar und wir" (www.paterpedro.de) ins Leben gerufen wurde. Seine Berichte von den vielen Menschen in aller Welt, denen die Not anderer nicht egal sei, seien Hoffnung für die ehemals von der Regierung ausgestoßenen Müllmenschen, sagt er. Und die Audienz Anfang Februar bei Papst Benedikt XVI in Rom habe ihm selbst neue Kraft gegeben, nicht nachzulassen als "Kämpfer der Hoffnung", auf den die Straßenkinder von Antananarivo wie "Engel in Fetzen" wirkten, als er das erste Mal nach Madagaskar kam.

Der charismatische Priester nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, den aus seiner Sicht richtigen Weg aus dem Elend aufzuzeigen. Er liest unfähigen heimischen Politikern ebenso die Leviten wie Entwicklungshelfern, die immer wieder aufs Neue erst einmal ausführliche Armutsstudien in Angriff nehmen. "Wir müssen den Armen heute helfen, morgen können sie schon tot sein. Es ist unerträglich, dass in Madagaskar 75 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben", wettert der streitbare Missionar, der mit 22 Jahren erstmals in die Heimat von Pfeffer und Vanille kam.

Von der ersten Minute an habe er es sich zum Ziel gesetzt, mit den Menschen zu leben und zu arbeiten und die Liebe Gottes weiterzugeben. Seine Bilanz: "17 Dörfer wurden mit den Händen der Bewohner auf den 'Hügeln der Hoffnung' gebaut, über 9000 Kinder besuchen heute regelmäßig unsere 72 Schulen und werden von 280 Lehrkräften betreut, von denen etliche früher selbst zu den Müllmenschen gehörten." Der Funke Hoffnung, der von "Akamasoa" ausgehe, soll nun möglichst auf das ganze Land überspringen.





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