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Rainer Marquardt: „Ich habe stets gearbeitet, um ausgiebig reisen zu können“

Der Singener hat in der Hafenstadt Morondava eine kleine Kneipe eröffnet / „Liebe auf den ersten Blick“

Von Klaus Heimer, Antananarivo

„Tsikaroe“ bedeutet in der Landessprache Malagasy „Wir beide“ – und so heißt in dem heißen und staubigen Hafenstädtchen Morondava („wo die Küste lang ist“) im Südwesten der Tropeninsel Madagaskar eine kleine Kneipe, die seit gut 6 Jahren von dem Deutschen Rainer Marquardt und seiner einheimischen Ehefrau Francoise betrieben wird. Der gebürtige Pforzheimer, der in Singen am Bodensee aufgewachsen ist, das Abitur gemacht, dort auch bis zum endgültigen Umzug ins Ausland gewohnt und lange Tischtennis und Volleyball gespielt hat, ist seit jeher eine eher rastlose Person. „Seit dem 16. Lebensjahr habe ich im Schnitt pro Jahr 10.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt, sehr schöne Touren bis ans Mittelmeer unternommen und auch die Alpenpässe überwunden. „Arbeiten, um ausgiebig reisen zu können, war stets meine Devise.“
Seine erste große Tour führte ihn ein halbes Jahr lang in einen Kibbuz in Israel. In einem gemeinschaftlich organisierten Dorf war der heute 55–Jährige für die Truthahnzucht zuständig, half bei der Avocadoernte oder in der Küche. „Anfang 1980 kehrte ich zurück, arbeitete 15 Monate am Stück und bin dann 363 Tage mit dem Buschtaxi durch Afrika getingelt: ägypten, Sudan, Kenia, Uganda und Ruanda („Das war damals das ruhigste Land, das ich kennen gelernt habe“) waren die Stationen. In Indien, Nepal und Pakistan erkundete der Globetrotter später auf Schusters Rappen die herrliche Bergwelt und auch Laos und Burma sind keine weißen Flecke mehr auf seiner privaten Landkarte. Fasziniert von der Welt und den Menschen studierte der moderne Marco Polo einige Zeit die arabische und chinesische Sprache. Anfang der 90er Jahre bezwang er den höchsten Berg Afrikas, den Kilimandscharo und im Dezember/Januar 1998/99 schließlich flog er erstmals dorthin, wo der Pfeffer wächst, nach Madagaskar.
„2001 wollte ich dann zwei Jahre mit dem Rad durch Afrika fahren. Erste Station war Madagaskar – und hier bin ich dann sehr schnell hängen geblieben“, wird schmunzelnd angemerkt. „Es war Liebe auf den ersten Blick.“ In dem Ort Mandoto, zwischen Antsirabe und Miandrivazo, übernachtete der Junggeselle in einem einfachen, aber sehr sauberen Hotely Gasy und blieb noch einen Tag länger, um den großen Mittwochsmarkt zu erleben. Die Schwester seiner heutigen Ehefrau Francoise Zakamias (ihr Großvater war Grieche), welche zu jener Zeit zu Besuch in Mandoto war, betreibt die Herberge... Rainer brach seine geplante Tour ab, kehrte nach Deutschland zurück, bereitete alle Papiere vor und nach dem Ende der politischen Krise in der Heimat von Pfeffer und Vanille packte er Mitte 2002 endgültig in Singen seine Koffer und wanderte aus.
„Ich wusste, wenn ich in Madagaskar bleiben möchte, dann muss ich etwas machen.“ Auf dem Grundstück der Familie seiner Frau in Morondava baute er aus heimischem Hartholz eine gemütliche Bar, die am 14. Oktober 2003 eröffnet wurde. „Für die Einheimischen war es zunächst ungewohnt, einen „Vazaha“ (=Fremder, Weißer) hinter der Theke zu sehen. „Sie hatten vor allem Angst, dass bei mir alles viel teurer ist als bei ihren Landsleuten.“ Doch der kontaktfreudige Gastwirt eignet sich schnell einen stattlichen Wortschatz in der Landessprache an und inzwischen hat er etliche Stammkunden. Auch Touristen verirren sich ab und zu in seine Strasse. Immerhin hat der Deutsche im Gegensatz zu madagassischen Spelunken die sauberste Kneipe im weiten Umkreis und er kann sogar eine Toilette nach französischem Standard vorweisen. Dass der Fernseher mit Videoclips örtlicher und überregional bekannter Musikgruppen den ganzen Tag läuft, gehört in einem Land, in dem die Menschen notfalls auch nach den Nachrichten tanzen können, zum Geschäft.
„Ich kenne alle hier im Quartier und es ist stets schön zu sehen, wenn junge Leute etwas aus ihrem Leben machen und sich hocharbeiten.“ Reich wird der 55–Jährige in diesem Job nicht. Die Gewinnspanne liegt bei Getränken im Centbereich, die Menge muss es machen. „Die Madagassen sehen, dass ich auch nur ein Mensch ohne Kohle bin, genau wie sie“, scherzt der einzige Deutsche in dieser Stadt. Gehen ihm mal das Drei–Pferde–Bier, der lokale Rum oder die Limonade aus, dann ist sofort ein geschäftstüchtiger Fuhrunternehmer mit seinem Handwagen zur Stelle, der den Abtransport des Leergutes übernimmt und für Nachschub sorgt. Handarbeit ist angesagt.
Vor einigen Jahren besuchte Marquardt erstmals mit seiner Frau mehrere Wochen Deutschland und natürlich seine frühere Heimatstadt Singen, in der etliche Schulkameraden zu Hause sind. Einige wollen nun im Gegenzug auf die ferne Insel fliegen, um zu sehen, wo ihr früherer Kumpel heute lebt. Die letzten zehn Jahre vor seinem Umzug war Marquardt in einem Elektrogroßhandel als Fahrer beschäftigt, für den er in der Schweiz Waren auslieferte. Seine ausgeprägte Reiselust scheint übrigens ererbt zu sein. „Ein Onkel von mir wohnt in Brasilien.“
Rainer kann sich gut vorstellen, hinter seiner kleinen Kneipe noch ein paar Bungalows für Rucksacktouristen zu bauen und Gerichte aus der früheren Heimat anzubieten. In Kürze wird an der Hauptstrasse in Morondava ein dekoratives Schild mit der deutschen Fahne auf seine Bar hinweisen. Zurück nach Deutschland will der Gastwirt nicht mehr. „In Madagaskar bin ich mein eigener Herr, auch wenn ich auf einige Annehmlichkeiten verzichten muss“ Vermisst wird vor allem das früher regelmäßig ausgeübte Radfahren. „Das kann man hier angesichts der schlechten Straßenverhältnisse vergessen. Ich kenne jedes Schlagloch mit Namen.“ Seine Bar ist an sieben Tag in der Woche geöffnet, „vom Vormittag bis in die Puppen“. Marquardt hat inzwischen alle Tricks, Schliche und märchenhaft anmutende Ausreden der Kundschaft kennen gelernt, die überaus erfindungsreich sind, teure Pfandflaschen verschwinden zu lassen. „Man muss immer präsent sein, sonst bekommt alles Beine und verschwindet...“ Die früher gekannte große Auswahl an Käse–, Wurst– und Brotsorten fehlt 8000 Kilometer von zu Hause entfernt. „Dafür kann ich mich hier an Crevetten und Thunfisch satt essen.“
Der Deutsche mit dem Drang in die Ferne hat auch lernen müssen, mit Unwägbarkeiten und überraschungen zu leben. Stromausfall ist an der Tagesordnung. Der Verteiler für den gesamten Bezirk steht vor dem Haus, die Elektrizitätswerke sind auch ganz in der Nähe, das sei aber nicht unbedingt ein beruhigendes Gefühl. „Dafür kenne ich inzwischen alle Mechaniker mit dem Vornamen.“


Ricarda–Huch–Gymnasium: Eine madagassisch–deutsche Schulpartnerschaft

Von Willi Klopottek, Gelsenkirchen

„Als ich im Sommer 1997 zum ersten Mal durch Madagaskar reiste, war ich sehr beeindruckt von den Menschen, ihrer Kultur, dem Land und der Natur. Ich beschloss, meine Eindrücke an die Schüler des Ricarda–Huch–Gymnasiums in Gelsenkirchen weiterzugeben. Dazu suchte ich Kontakt zu einer Schule in Madagaskar. Ich bemühte mich um Informationen von Menschen, die Erfahrungen mit Schulpartnerschaften in entfernten Ländern gesammelt hatten. Dabei wurde schnell klar, dass mehrere Faktoren zutreffen sollten, um ein solches Projekt auf stabile Füße stellen zu können, eine gute Erreichbarkeit, eine Einrichtung mit Schülern gleichen Alters, Fremdsprachenkenntnisse der Schüler und eine verlässliche Vertrauensperson an der zukünftigen Partnerschule.
Nach einigen erfolglosen Versuchen schrieb ich an die UNESCO–Kommission in Madagaskar, da die Schule, an der ich unterrichte, eine so genannte UNESCO–Projekt–Schule ist. Die Organisation für Wissenschaft, Kultur und Erziehung der Vereinten Nationen hat dieses Projekt ins Leben gerufen, um ihre Ziele, interkulturelle Verständigung, Menschenrechtserziehung, Armutsbekämpfung und Umweltschutz weltweit auch an junge Menschen zu vermitteln.
Zum Jahresende 1997 erhielt ich die Adresse der UNESCO–Projekt–Schule Lycée Lahatra in Soamanandrariny, am Rande der madagassischen Hauptstadt Antananarivo. Ihre Gründerin und „graue Eminenz“ Madame Odette Randretsa war und ist die verlässliche Partnerin, nach der ich gesucht hatte.
Unser Ziel war es, madagassischen und deutschen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, sich auszutauschen und die unterschiedlichen Lebensverhältnisse und –stile kennenzulernen. Es sollte keine „Patenschaft“ sein, sondern eine Partnerschaft werden, mit gegenseitigem Respekt und auf gleicher Augenhöhe. Am Gymnasium in Gelsenkirchen wurde deshalb eine Madagaskar–Arbeitsgemeinschaft aus Schülerinnen und Schülern gegründet, die für die Kontakte zum Lycée Lahatra verantwortlich ist. Wir haben am Ricarda–Huch–Gymnasium über Madagaskar regelmäßig informiert, z.B. durch Vorträge, durch eine große Fotoausstellung, durch eine Vitrinenausstellung mit madagassischen Kunst– und Alltagsgegenständen, aber auch durch insgesamt 5 Konzerte mit madagassischen Musikern.
Eine weitere Ebene war und ist der gegenseitige Austausch in Form von Briefpartnerschaften, bzw. Gruppenarbeiten, in denen die Schüler sich gegenseitig über ihr Leben informieren, z. B. in Form eines Fotoberichtes über einen Schulalltag in Deutschland.
Die Höhepunkte waren die Besuche von Schülerinnen und Schülern an unserer Partnerschule. Dreimal bisher – 1999, 2001 und 2007 – sind wir zur Partnerschule geflogen und haben die unvergessliche Gastfreundschaft von Madame Odette, ihrer Familie, dem Lehrerpersonal und der einheimischen Jungen und Mädchen erleben können. Einem rauschenden Empfang folgten Unterrichtsbesuche, Feste und Ausflüge, bei denen man uns tiefe Einblicke in die Geschichte und Kultur des Landes vermittelte. Diese direkten Kontakte haben bei allen Beteiligten nachhaltige Eindrücke hinterlassen. Da es für derartige Kontakte keine öffentliche, oder private Unterstützung gibt, sind solche Reisen sehr teuer und können deshalb nicht öfter unternommen werden. Besonders bedauerlich ist, dass wir bislang keine Möglichkeit gefunden haben, unsere Partner nach Deutschland einzuladen, da es an der Finanzierung scheiterte. Bestandteil unserer Reisen nach Madagaskar waren auch immer Exkursionen durch das Land, um die unterschiedlichen Lebensbedingungen, die vielfältigen Landschaften und den Reichtum der Natur zu erkunden.
Auch wenn es sich bei diesem Projekt um eine interkulturelle Partnerschaft handelt, kann man die materiellen Unterschiede zwischen Madagaskar und Deutschland nicht ignorieren. Deshalb gehört es selbstverständlich dazu, dass wir häufig Spendensammlungen für unsere Partnerschule durchführen. Dies war besonders wichtig, als im Jahre 2002 der bis dahin im Amt befindliche Präsident Ratsiraka seine Wahlniederlage nicht akzeptierten wollte und das Land an der Rand eines Bürgerkrieges brachte. Dies führte zu einer krassen Verschlechterung der Lebensbedingungen der meisten Madagassen. Wir konnten dazu betragen, dass Schülerinnen und Schülern aus besonders armen Familien damals das Lycée Lahatra nicht verlassen mussten und vom Lycée über Monate hinweg mit einer Schulspeisung betreut werden konnten. Mit Hilfe der Spendengelder konnten am Lycée Lahatra bisher auch Unterrichtsmaterialien, ein Computer und 2 Solaröfen angeschafft werden, die als Demonstrationsobjekte für nachhaltige Energiegewinnung fungieren.
Bei den ersten beiden Reisen mit Schülerinnen und Schülern besuchten wir auch ein abgelegenes Dorf an der Ostküste, um die Verhältnisse auf dem Land kennenzulernen. Die Besuche in der dort vorhandenen Realschule hatten zum Ergebnis, dass wir seitdem auch immer einen Teil der Spendengelder dorthin überweisen. Die Bedingungen von Schulen auf dem Land sind oft noch schwieriger als in den Städten. An der Realschule sind u. a. zahlreiche Schulbänke mit unserer Hilfe angeschafft worden.
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Partnerschaften zwischen Schulen aus so weit entfernten Länder und mit so unterschiedlichen Lebensbedingungen, mit erheblich mehr Problemen zu kämpfen haben, als dies bei Kontakten mit Schulen in Europa oder den USA zu finden ist. Die fehlende materielle staatliche Förderung von Projekte mit Ländern des Südens, ist dabei auch auf eine, sagen wir mal, nicht mehr zeitgemäße politische Ausrichtung der Finanzierungsbestimmungen zurückzuführen (Zitat aus Schulministerium von Nordrhein–Westfalen: „Warum machen Sie denn kein Projekt mit den USA? Dafür können wir Ihnen Gelder zur Verfügung stellen.“). Aber auch unabhängig davon ist es langwierig und kompliziert, den Kontakt aufrecht zu erhalten, weil die Post nicht immer zuverlässig ist, weil ein Internetanschluss für die Partner zu teuer ist, usw. Um dennoch zu einem Erfolg zu kommen braucht es Geduld, Einfallsreichtum und einen ernsthaften Willen auf beiden Seiten der Erdhalbkugel.
Nach 10 Jahren muss ich feststellen, dass sich der Aufwand gelohnt hat, denn an beiden Schulen haben viele Schüler ein differenzierteres Bild des jeweils anderen Landes, auch wenn die Schüler aus Gelsenkirchen, die nach Madagaskar gereist sind, einen einseitigen Vorteil gegenüber madagassischen Schülern haben. Was der Gewinn für die madagassische Seite ist, bleibt dem Urteil unserer Partner vorbehalten. Was die deutschen Schüler angeht, so kann ich feststellen, das das Klischee des armen Madagassen einen schweren Stand hat, wenn man den Einfallsreichreichtum, die Improvisationsfähigkeit, den kulturellen Reichtum der Madagassen und erst recht die Gastfreundschaft und Herzlichkeit unserer Partner erfahren hat. Das hilft auch grundsätzlich, andere Menschen nicht in althergebrachte Schubladen zu stecken, sondern sich auf sie und ihre Kultur einzulassen und seine eigenen lieb gewonnenen überzeugungen und Traditionen einer kritischen überprüfung zu unterziehen. Und eins wird mit Sicherheit noch hinzukommen, nämlich die überzeugung, dass man für diese Welt und ihre Situation verantwortlich ist.“
Willi Klopottek, Ricarda–Huch–Gymnasium, Schultestr. 50, 45888 Gelsenkirchen, Tel: 0209 957000, Email: rhg@rhg–ge.de, Homepage: www.rhg–ge.de  


Roadhouse Voyages: Bad Dürkheimer bietet Wildnis pur

Klaus Sperling lebt jetzt auf Madagaskar und bietet besondere Touren für Touristen an / Früher mit Imbissstand auf Festen Von Klaus Heimer, Antananarivo

Zwölf Jahre war der Imbissstand des gebürtigen Bad Dürkheimers Klaus Sperling auf dem weithin bekannten Wurstmarkt ein vertrauter Anblick. Nach der Umschulung zum Reiseverkehrskaufmann war der heute 53–jährige auch als Reiseleiter in Brasilien tätig und er würde sicher heute noch vielen Menschen seiner Heimatstadt schöne Urlaubsziele schmackhaft machen, wenn, ja wenn er nicht 1996 dank eines Sonderangebotes erstmals die Tropeninsel Madagaskar bereist hätte. Das Land, die Natur und die Menschen faszinierten den Pfälzer und zogen ihn derart in ihren Bann, so dass er in der Folgezeit insgesamt sieben Mal innerhalb eines guten Jahres als Tourist wiederkam. Beim dritten Trip lernte Klaus Sperling in der Edelsteinmetropole Antsirabe im Hochland seiner persönlichen Trauminsel seine Frau kennen, die er 1999 heiratete; standesamtlich in Madagaskar, kirchlich in Deutschland. Pfarrer Sören Rockenbach hat sie in der Klosterkirche Seebach getraut und auch die beiden Kinder Michelle und Martin getauft. Für Klaus Sperling war es nach den vielen Reisen innerhalb eines kurzen Zeitraumes fast eine zwangsläufige Entscheidung, seine bisherige Heimat zu verlassen und sich eine völlig neue Existenz aufzubauen. Er hat große Teile des Landes inzwischen erkundet, dabei auch viele Strapazen auf sich genommen und vor zehn Jahren damit begonnen, nicht alltägliche Touren für Besucher aus aller Welt anzubieten. Am Computer in dem kleinen Büro, etwas abseits von der Hauptdurchgangsstrasse von Antsirabe, arbeitet er seine Programme aus, verschickt Mails und hält Kontakt zu Reiseveranstaltern in der Hauptstadt Antananarivo und in aller Welt, die ihren Kunden etwas Besonderes bieten wollen. Bevor er eine Route ausschreibt, lernt er diese selbst unter viel härteren Bedingungen als seine späteren Kunden kennen. Für diese muss natürlich alles genau geplant sein, wenn auch überraschungen nicht immer ganz auszuschließen sind. Expeditionen in die Wildnis will er auch künftig verstärkt anbieten, neue, noch unbekannte Pfade für Gleichgesinnte entdecken und begehbar machen. Die Kontakte nach Bad Dürkheim gehen trotz der Entfernung von rund 8000 Kilometern, die zwischen dem alten und neuen Wohnsitz liegen, nicht verloren. Vater und Schwester kommen im Schnitt einmal im Jahr und Familie Sperling fliegt ebenfalls jährlich in seine Heimat.
Der Madagaskarfan hat nach der Schule zunächst in Ludwigshafen eine Buchhändlerlehre absolviert, war dann mit seinem Imbiss, übrigens der erste, der auf dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt Bratkartoffeln anbot, in einem Umkreis von etwa 30 Kilometern auf vielen Festen präsent. Danach wechselte er in die Getränkevertriebsabteilung eines Frankenthaler Supermarktes, bevor er nach der Umschulung den Weg in ein Kuseler Reisebüro fand, der sein weiteres Leben verändern sollte. Während er von seiner neuen Heimat schwärmt, wächst nebenan das größere Wohnhaus aus Backsteinmauerwerk langsam in die Höhe. Hier haben Familie und Büro in guter Harmonie eine Bleibe gefunden. Seine Touren arbeitet Klaus Sperling in deutscher, englischer und französischer Sprache aus. Nach Möglichkeit begleitet er Kunden aus dem deutschsprachigen Raum selbst. Der Pfälzer hat sich auf den Westteil des Landes spezialisiert, der weitgehend unbewohnt ist. Die wildromantische Gegend mit den abwechslungsreichen Landschaftsbildern kann auf den Pirogenfahrten auf dem Tsiribihina hautnah kennen gelernt werden. Stationen der Programme sind zudem der heilige Baobab, die weltweit einzigartige Baobaballee bei Morondava, Gräber des Volksstammes der Sakalava mit erotischen Figurschnitzereien und der Nationalpark Tsingy de Bemaraha mit bis zu 70 Meter hohen Kalksteinnadeln, auf denen oft Lemuren turnen. Unterwegs können weitere Halbaffen beobachtet werden. Abenteuer pur versprechen die anspruchsvollen Trekkingtouren zu den Zafimaniry, die in Madagaskar bekannten Holzschnitzer. Zu Fuß, per Lkw oder Buschtaxi werden die Etappen zurückgelegt. Erfahrene einheimische Träger für das Gepäck stehen zur Verfügung. Wem es jetzt in den Fußsohlen juckt und wer gerne mehr über Klaus Sperling und seine Exkursionen erfahren möchte, der kann ihm ein E–Mail – roadhouse@simicro.mg – schicken. Seine Postanschrift: madagascar roadhouse voyages, B.P. 313, Lot 1118–J–36, Mahazoarivo Avaratra, 110 Antsirabe, Madagaskar. Internet: www.tsiribihina–tsingy.de


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